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die Vereinschronik

                                                                                           des Kleingartenverein Florafreunde e. V.

 

Die Geschichte der Florafreunde

 

Seit 1943 besteht die Kleingartenanlage auf dem von uns heute genutzten Gelände.

Die Arbeitsgruppe Tradition hat sich um unsere Vergangenheit gekümmert und Material zusammen getragen, das sowohl in unserem Traditionskabinett als auch auf unserer Homepage angesehen werden kann.

Der Vorstand wünscht sich viele kritische Betrachter, die durch eigenes Erleben aber auch noch vorhandene Fotos, Dokumente oder andere historische Zeugnisse unsere Traditionsarbeit ergänzen und bereichern können.

 

So begann alles als Herr Graf von Treskow das Areal unserer heutigen Kleingartenanlage „Florafreunde e.V.“ der Stadt Berlin schekte. Es entstanden in den Jahren 1943 und später in und um Berlin Behelfsheimsiedlungen, so auch die Siedlung Karlshorst. Das Land wurde in Folge der Kriegswirren Evakuierten, Flüchtlingen und Ausgebomten bereitgestellt.

 

1943

Wurde die Behelfsheimsiedlung in Karlshorst erbaut.

Sie bestand aus

 •Baracken mit einer Grundfläche von 24 bis 26 m², ausgestattet mit Kochmaschine und Petroleumlampe, entstanden. Die            umgebenden Grundstücke hatten eine durchschnittlich Größe von 300 – 500 m².

 •Elektrischen Strom und sanitäre Anlagen gab es nicht.

 •Wasser wurde aus Brunnen gewonnen, die im Abstand von 300 Metern angelegt wurden.

 •Im Mai 1945 gab es 120 Behelfsheime.

 •Mittelpunkt der Siedlung waren zwei gro¿e, ca. 300 Jahre alte Eichen.

 •Die hier angesiedelten Menschen nutzten jedes freie StÜck Land, um es zu kultivieren. Kartoffeln, GemÜse und Getreide wurden  angebaut. Die Kleintierhaltung (Gänse, Enten, HÜhner, Kaninchen und Tauben) beginnt. Schweine, Ziegen und Schafe erweitern die  Tierhaltung und somit den Speiseplan. 

 

Nach der Zerschlagung des Faschismus im Mai 1945 begann sich das Leben in der Behelfsheimsiedlung zu normalisieren. Kleine Geschäfte entstanden: kleine Lebensmittelläden, eine Fleischerei, Kohlenhandlung, Friseur sowie Läden für Seifen- und Kosmetikartikel.

 

1947

Kurt Wassermann baute aus Barackenteilen eine Gaststätte im Hasensprung, die ab 1948 für viele Jahre auch als Teilschule genutzt wurde. 1969 werden die Schulkinder in die 30. Schule Karlshorst und die neu erbaute 15. Oberschule am Römerweg eingegliedert.

 

1948

Der so genannte Tingplatz wurde zum Festplatz. Er entstand durch Aktivitäten der inzwischen 250 lebenden Bewohner der Siedlung. 1948 gab es das erste Sommerfest der Siedler – ein Ausdruck neu gewonnener Lebensfreude.

 

1950

Mit dem Beschluss der Generalversammlung vom 10.6.1950 wurde die Auflösung der 1945 gegründeten Siedlungsgenossenschaft beendet. Auf der Tagesordnung stand die Winterfestmachung der Behelfsheime. Je nach Dringlichkeit und Notwendigkeit gab es Abrisssteine auf Bezugsschein. Ab 1950 gehörte die Siedlung zum Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter  (VKSK). Mit den Pächtern wurden neue Pachtverträge abgeschlossen. 

 

1951

In diesem Jahr begann die komplette Elektrifizierung der Siedlung. Dazu wurde in der Kiefernallee eine Trafostation erreichtet. Die neu gegründete Kleingartenanlage war etwas abgelegen und schwierig zu erreichen. Grund dafür war das damalige sowjetische Sperrgebiet. Die Zufahrt zur Anlage war damals nur über die Trabrennbahn möglich. Fußgänger benutzten den Gehweg der Stolzenfelsstraße.Mittlerweise entwickelte sich ein geistig-kulturelles Leben. Es begründeten sich Traditionen wie Sommer- und Kinderfest. fingstkonzerte. Weihnachtsfeiern oder auch die Rentnerbetreuung bereicherten das Vereinsleben.

 

1952

Im Verein wurde eine Baukommission gegründet. Die Gartenfreunde Brunke, Ruf, Tauchert und Bullin sorgten für eine ordnungsgemäße und gesetzlich festgelegte Bautätigkeit. Unter den Gartenfreunden wuchs eine solidarische Gemeinschaft heran.

 

1961

Mit dem 13. August veränderte sich die soziale Struktur der Anlage. Sommerbewohner mit festem Wohnsitz in Berlin (West) konnten ihre Grundstücke nicht mehr nutzen. Die dadurch frei gewordenen Grundstücke wurden neu vergeben.  Verbandsfreund Siebert war 10 Jahre lang 1. Vorsitzender der Kleingartenanlage. Verbandsfreund Siegfried Brunke stand ihm während dieser Zeit beratend und unterstützend zur Seite. Er löste den Verbandsfreund Siebert später ab und übernahm für 10 Jahre den Vorsitz der KGA. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass unsere Anlage seit dem 20. Jahrestag der DDR 1969 den Namen „Florafreunde“ trägt.

 

1970

Die Anlage „Florafreunde“ wurde durch den VKSK mit dem 1. Platz im bezirklichen Wettbewerb geehrt. 

 

1971

Vorstand und Revisionskommission beschließen ein kollektives Programm zu Ehren des 25. Jahrestages der DDR (1974). Der Wettbewerb um den Titel „Kollektiv der sozialistischen Arbeit“ beginnt. 

 

1972

Die „Florafreunde“ hatten ihr eigenes Wahllokal zu den Volkskammer- und Kommunalwahlen in der ehemaligen Behelfsheimschule geschaffen. Für gute Ergebnisse bei der Ernte des abgelaufenen Jahres sowie des geistig-kulturellen Spartenlebens gab es eine Ehrenurkunde durch den VKSK. 

 

1973

Auszeichnung der KGA für das erfolgreiche Erfassen von Sekundärrohstoffen. Federführend trat Verbandsfreund Bartsch in Aktion.  Mit der Urkunde im sozialistischen Wettbewerb „Schöner unsere Hauptstadt Berlin – mach mit“ wird der Anlage Dank und Anerkennung ausgesprochen. Mehrere ältere Gartenfreunde gaben ihre Parzellen aus gesundheitlichen Gründen auf. Grundstücke über 600 m² wurden geteilt und zur Pacht angeboten. Die Zahl der Kleingartenparzellen stieg somit auf 506 an. Im Rahmen der X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Berlin wurden Quartiere bereitgestellt. Im gleichen Jahr gibt es einen Erfahrungsaustausch der Florafreunde mit einer Kleingartenanlage aus Halberstadt. Die ausgediente Behelfsheimschule wird zunehmend zum Zentrum des Vereins ausgebaut. Der Vorstand richtet hier seine Geschäftsstelle ein. In den Räumen wurden Beratungen der Volkssolidarität, Frauennachmittage, Familienfeiern und Versammlungen anderer Art durchgeführt. 

 

1974

Zum 25. Jahrestag der DDR gastiert der Berliner Rundfunk mit seiner Sendung „7-10 in Spree-Athen“ in der Kleingartenanlage. Damit verband der Vorstand seinen Dank an alle Verbandsfreunde für die bisher geleistete Arbeit. Wiederum erhielt die Anlage eine Urkunde für „Vorbildliche Arbeit“ bei der Vorbereitung und Durchführung der Kommunalwahlen sowie eine Urkunde aus Anlass des 25. Jahrestages der DDR im Wettbewerb „Schöner unsere Städte und Gemeinden“. Pachtverträge für die Gärten werden in Nutzungsverträge umgeschrieben.

 

1975

Der Vorstand beantragt die Anerkennung der Anlage als Naherholungsgebiet. Die Leistungen der Florafreunde werden durch den Rat des Stadtbezirkes anerkannt. 

 

1976

Urkunde für hervorragendes Spartenkollektiv. Urkunde für den 3.Platz im sozialistischen Wettbewerb. 

 

1979

Gartenfreund Pannwitz wird zum 1. Vorsitzenden gewählt. Für den weiteren Ausbau des Gaststättenkomplexes und der weiteren Verschönung der Anlage wurden bisher 30 000 Aufbaustunden geleistet.

 

Dazu gehören:

 •Anlegen von Fußwegen mit Gehwegplatten, Anpflanzen von Apfelbäumen im Agavensteig und anderen Wegen  

 •Teilweise Umstellung der Freileitungen (Strom) auf Erdkabel, Schaffung fester Müllcontainerplätze, Straßen- und Wegebeleuchtung  wird ersatzlos abgebaut.

 •Auszeichnung mit einer Urkunde aus Anlass des 30. Jahrestages der DDR.

 

Die Ernteerträge der Kleingärtner werden jährlich erfasst  und im VKSK gesammelt.

 

1990

Mit den neuen gesellschaftlichen Verhältnissen nach der Wiedervereinigung entstanden Sorgen und Verunsicherung bei den Mitgliedern um den Erhalt der Gartenanlage. Wie geht es weiter? Wird aus unserer Anlage ein Siedlungsgebiet? Können wir unsere Gärten behalten? Hat der VKSK in seiner bisherigen Form Bestand? In dieser unruhigen Zeit trat der alte Vorstand mit seinem Vorsitzenden, Gartenfreund Sommer, 1990 zurück. Neuwahlen wurden im gleichen Jahr durchgeführt. Zwischen 1990 und 1992 wechselten mehrere Vorstandsmitglieder ihre Funktionen oder traten zurück. Als 1. Vorsitzender wurde Gartenfreundin Lindecke gewählt. Die Ausrichtung der Anlage erfolgte nun schrittweise nach dem § 20 des Bundeskleingartengesetzes. Die „Florafreunde“ waren in den ersten Jahren nach der Wende stark geprägt durch Unsicherheit. 

 

1992

Gartenfreundin Silke Fischer wird als neue Vorsitzende gewählt. Unter ihrer Leitung wurden gemeinsam mit dem damaligen Berliner Senator für Stadtentwicklung und Umweltschutz, Volker Hassemer, Anstrengungen für den Erhalt der Anlage unternommen.Für den Jahresbeginn 1993 wurde uns durch den Senat der Entwurf eines Flächenutzungsplanes in Aussicht gestellt. Unter der Losung „Kleingärtner machen mobil“ wurde im Juli 1992 ein gemeinsamer Aktionsausschuss für bedrohte Gartenanlagen gebildet (Florafreunde, Trainierbahn, Gartenfreunde Wuhlheide, Rheinstein und Biesenhorst II). Ziel der Arbeit des Ausschusses ist der Erhalt aller bedrohten Anlagen. Für Anfang Oktober ist eine große Protestdemonstration aller Berliner Bezirksverbände des VKSK vor dem Berliner Rathaus geplant. Im November äußert sich Hassemer im Berliner Abendblatt: „Kleingärten bleiben wichtiger Bestandteil Berlins!“.

 

1993

Das Ringen um die Erhaltung der Berliner Kleingärten geht weiter. Unsere Anlage stand dabei besonders im Mittelpunkt. Im August waren Gäste aus Politik und Wirtschaft mit Vereinsmitgliedern zum Talk unter dem Thema „Florafreunde sind Umweltfreunde“ eingeladen.Zum 50. Jubiläum der KGA „Florafreunde“ erhielt die Sparte eine Ehrenurkunde vom Landesverband sowie eine Prämie von 2000 DM vom Bezirksverband Überreicht. Das Sommerfest stand unter dem Motto „50 Jahre Florafreunde“. Neben Presse und Rundfunk waren Herr Jürgen Hurt, Vorsitzender der Berliner Gartenfreunde und der Lichtenberger Bezirksbürgermeister, Herr Mucha, anwesend. 

 

1994

Ein Berliner Prominentenmeeting fand unter dem Motto statt „Was grün ist, muss grün bleiben, wir kämpfen um den Erhalt jedes Kleingartens in Berlin“. Im Parlament soll Über den Flächennutzungsplan abgestimmt werden. Mehrere Gartenfreunde haben der zuständigen Senatsverwaltung ihre Bedenken zu den Planungen zugeleitet. 

 

1995

Die Jahre bis 1995 wurden geprägt von zeitaufwändigen Initiativen des Vorstandes um Gartenfreundin Silke Fischer.

 •Seit dem 22. August 1995 ist unser Kleingartenverein „Florafreunde“ ein eingetragener Verein. Eine neue Satzung tritt in Kraft.  

 •Bei der Aktion „Abflusslose Sammelgruben“ unter Leitung des Gartenfreundes Peter Trenkmann wurde die GmbH  „FSH Florabauvermittlung“ gegründet.  

 •Ende 1995 – der 11. Verbandstag der Lichtenberger Kleingärtner informiert, dass mehr als 50 Prozent der Kleingärten gesichert sein.

 

1996

Wieder wird Solidarität großgeschrieben. Die „Florafreunde“ sind dabei.

 •Kleingartendemo im Juni aus Anlass des 90-jährigen Bestehens der Anlage „Langes Höhe“ – unser Herz für das Lichtenberger  Grün.  

 •Solidaritätsbekundung mit der Anlage „Biesenhorst II“ wegen der Bonner Umzugspläne und des möglichen Verkaufes  der Vereinfläche. Wir sagen: Nicht mit uns, wehret den Anfängen“!  

 •Arbeit in der Bürgerinitiative Karlshorst und dem Bürgerverein Friedrichsfelde Süd e.V. wegen der Planung einer  neuen Hauptverkehrsstraße durch Karlshorst und Friedrichsfelde Süd. Dazu wurden Senator Strieder und  Verkehrsexperten eingeladen. Unsere Position: Nein, Hände weg von unseren Wohngebieten und Kleingärten!

 

1997

Unsere Kleingartenanlage erhielt die amtliche Bestätigung der steuerlichen Gemeinnützigkeit. Eine neue Parkordnung für die Anlage wird beschlossen. Immer mehr Spaziergänger nutzen unsere Anlage, die immer schöner und anziehender wird, zur Naherholung. Die kleingärtnerische Nutzung der Gärten setzt sich immer mehr durch. 

 

1998

Aufgrund der warmen Witterung in diesem Jahr konnte eine Rekordernte eingebracht werden. Es erfolgte auf der nördlichen Seite der Verlängerten Waldowallee die Umstellung der Elektrofreileitungen auf Erdkabel. In den Sichtkästen des Vereins wurde unsere heimische Vogelwelt sehr anschaulich dokumentiert.

 

2000

Das Vereinsgelände wird weiter ausgestaltet zum kulturellen Zentrum. Mittlerweise bilden sich themenbezogene Arbeitsgruppen. Gartenbegehungen von Vorstandsmitgliedern und Gartenfachberatern haben sich als erfolgreich und sinnvoll erwiesen.Unter den Florafreunden herrschen Erleichterung und Aufatmen: Das Land Berlin ist der größte Eigentümer von Kleingartenanlagen – Kleingärten werden nach aktueller Information nun doch nicht verkauft! 

 

2001

Die Anzahl der Parzellen beträgt 515, die Mitgliederzahl des Vereins 818. Es wird beschlossen, am Wettbewerb des Bezirksverbandes „Naturnaher Garten“ teilzunehmen.

 

2002

Das Vereinsgelände Hasensprung 29 wird weiter verschönert. Neue Holzbänke werden aufgestellt, Blumenrabatten angelegt. Die Holzbungalows werden gründlich renoviert und der Vorstand bezog ein neues Vereinsbüro.Wir wehren uns: Die Vereinsmitglieder sammeln zahlreiche Unterschriften gegen den Vorstoß der FDP, Kleingärten im Innenstadtbereich zu vernichten. 

 

2003

Die Arbeitsgruppen sind fester Bestandteil der Vereinsarbeit, die Verschönerung des Vereinsgeländes wird durch die vielen fleißigen Helfer vorangetrieben. 

 

2004

Das diesjährige Kinderfest wurde gemeinsam mit der Kleingartenanlage „Gartenfreunde Wuhlheide“ gestaltet und fand großen Anklang. Besonderes Augenmerk wird nochmals auf die Pflichtstunden als wesentlicher und wichtiger Beitrag zur Gemeinnützigkeit gelegt.

 

2005

Zur Hauptversammlung wurde Silke Fischer für ihr langjähriges Engagement als Vereinsvorsitzende die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

 •Gründung der Arbeitsgruppe Brunnengalerie

 •Gründung einer Arbeitsgruppe im Bezirksverband, die sich mit der Pflege der 2500 Waldbäume in der Anlage beschäftigt.  

 •Neue Schließanlage für die Müllcontainer

 

2006

 •Zum neuen Vorsitzenden des Vereins wird Klaus-Dieter Schmidt gewählt.

 •Die AG Chronik kann ihre Arbeit am Traditionskabinett aufnehmen.  

 •Der Verein hat 493 Parzellen; die verringerte Zahl begründet sich daraus, dass einzelne Mitglieder ihre Parzellen gekauft haben.  •Die Vereinsgaststätte wird an das öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen.

 •Die Berliner Wasserbetriebe erlassen neue Bestimmungen zur Abwasserentsorgung. Es geht um die Erfassung und veränderte  Abrechnung des Abwassers.

 

Geschichte ist niemals vollständig

Wir veröffentlichen unsere vorhandene Chronik in dem Wissen, das sie möglicherweise an einzelnen Stellen von ihren Erfahrungen oder dem Wissen ihrer Eltern und Großeltern abweicht. Aber die Mitglieder unserer AG Chronik sind nicht allwissend.

Wir bitten Sie herzlich, uns Ihre Kenntnisse, Erlebnisse und auch Ihre noch vorhandenen Bilder und Dokumente für das Traditionskabinett oder zur Kopie zur Verfügung zu stellen. Sollten Sie selbst in der AG mitarbeiten wollen, freuen wir uns besonders.

Ihre Nachricht senden Sie bitte an florapost@web.de oder Sie deponieren eine Nachricht einfach im Vereinspostkasten.

 

Herzlichen Dank

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